Testlesen optimieren: Manuskript verschicken und Feedback einsammeln

Vorweg: Ich selbst schreibe keine Romane, aber meine Frau beendet gerade ihren dritten. Als Partner bekomme ich also das ganze Drumherum ziemlich unmittelbar mit.

Eines dieser Themen war die Organisation von Testlesern und ihrem Feedback.

Ich habe dazu ein wenig recherchiert und keine fertige Lösung gefunden, die für uns wirklich einfach und gut funktioniert hätte. Also haben wir angefangen, uns selbst etwas zu bauen.

Testlesen

Die Testleser meiner Frau kommen überwiegend aus Friends & Family. Es sind etwa fünf bis zehn Bekannte unterschiedlichen Alters, mit sehr unterschiedlicher technischer Affinität und verschiedenen Lesegewohnheiten.

Gelesen wird am Rechner, vor allem aber auf dem Handy. Manche lesen schon während der Entstehung Kapitel für Kapitel mit, andere bekommen am Ende das komplette Manuskript.

Damit stellte sich zuerst eine erstaunlich praktische Frage:

Wie kommt der Text zu den Testlesern?

Wir wollten dafür möglichst einfach eine Datei verschicken können. Per Messenger an eine Gruppe oder per E-Mail. Die Datei sollte sich direkt und angenehm lesen lassen.

Word fanden wir dafür ziemlich unpraktisch, besonders auf dem Smartphone. PDF funktioniert mobil ebenfalls eher mäßig. Bei Online-Tools landet man schnell bei Registrierung und Benutzerkonten. Außerdem wollten wir, dass der Text auch offline gelesen werden kann.

Auch auf unserer Seite sollte die Erstellung einer Testleser-Version möglichst wenig zusätzliche Arbeit verursachen.

Unsere Lösung war schließlich ziemlich simpel: Das Word-Dokument wird mit einem Konverter direkt in eine für Mobilgeräte optimierte HTML-Datei umgewandelt. Diese Datei lässt sich anschließend ganz klassisch per Messenger oder Mail verschicken und direkt öffnen.

Problem gelöst. Testleser zufrieden.

Und wie kommt das Feedback zurück?

Damit begann die nächste Stufe.

In der Praxis kamen die Rückmeldungen auf ziemlich unterschiedlichen Wegen. Screenshots mit Markierungen waren dabei, einzelne Nachrichten zu bestimmten Stellen und auch Sprachnachrichten.

Bei einer Variante wurden am Anfang einer Sprachnachricht einfach die ersten vier oder fünf Wörter eines Absatzes genannt, damit meine Frau die Stelle wiederfinden konnte. Danach kam der eigentliche Kommentar.

Für den Testleser angenehm unkompliziert. Für die Autorin beim späteren Einsortieren eher mühsam.

Also wieder die Frage: Gibt es dafür ein gutes Tool?

Für unsere Anforderungen fanden wir nichts, das wirklich passte. Kommentarfunktionen in Word oder PDF bringen wieder die jeweiligen Programme und das mobile Handling mit sich. Online-Lösungen verlangen häufig eine Anmeldung.

Also wurde die HTML-Datei erweitert.

Dank KI und Vibe-Coding bekam sie eine einfache Kommentarfunktion. Man tippt beim Lesen auf einen Absatz und kann direkt Feedback geben, zum Beispiel einen Like setzen, auf einen Tippfehler hinweisen oder einen Textkommentar hinterlassen.

Das Feedback wird an einen kleinen Server geschickt, dort strukturiert gesammelt und kann später tabellarisch angezeigt und abgearbeitet werden.

Die Absätze sind inzwischen außerdem automatisch nummeriert. Damit lassen sich auch Rückmeldungen außerhalb des Tools leichter einer konkreten Stelle zuordnen.

Das Ergebnis

Die Testleser bekommen weiterhin einfach eine Datei per Messenger oder Mail. Sie können sie auf dem Handy öffnen und komfortabel lesen.

Wenn ihnen etwas auffällt, können sie direkt an der entsprechenden Textstelle reagieren. Das Feedback landet anschließend gesammelt bei der Autorin.

Ich wiederum konnte mich in eine kleine Prozessoptimierung reinnerden und dank KI-Vibe-Coding eine erstaunlich komfortable Lösung basteln.

Damit hatten am Ende eigentlich alle etwas davon: Die Testleser haben es einfacher, meine Frau bekommt besser strukturiertes Feedback und ich hatte Spaß am Basteln.

Ist das overengineered?

Ja. Ziemlich sicher.

Aber es funktioniert.

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